Mittwoch, 4. Februar 2009

Sprache

Sprache ist immer verdächtig. Die folgenden Worte sollten besonders argwöhnisch betrachtet und immer wie in Anführungszeichen gelesen werden. Die in jedes Wort eingehenden Annahmen sind nämlich falsch:
Geist, Person, Vergangenheit, Zukunft, jetzt, dann, Zeit, Ort, hier, dort, ich, du, Wahl, Freiheit
Das Wort "Ich" in den Satz "Ich bin glücklich" hat exakt das gleiche Gewicht wie das Wort "Es" in dem Satz "Es regnet". Da gibt es kein Es. Und es gibt kein Ich. Regen fällt. Glück stellt sich ein. Nichts weiter.
Was so über Nondualität geschrieben wird, ist in den allermeisten Fällen total dualistisch. Wenn irgendwo davon die Rede ist, dass da jemand sei, der etwas tun könne, um die Befreiung zu erwirken, kannst Du sicher sein, dass du Unsinn hörst oder liest. In vielen Fällen ist das beredter, gewandter, differenzierter und überzeugender Unsinn.
(Richard Sylvester)

Kommentare:

  1. wenn du jedoch hörst, daß du frei bist und niemals gebunden warst, dann verzichte darauf, auf das gefühl einer freiheit zu warten, die, weil du bereits frei bist, niemals eintreten kann.

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  2. oder: wenn du hörst, daß du frei bist und immer frei warst, dann entledige dich deiner sträflingskleidung, die du dir in unkenntnis deiner absoluten freiheit selbst angelegt hast.

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  3. ...die einzige streitfrage zwischen "menschen" ist, wer die deutungshoheit über die realtität hat...wenn es denn eine realität überhaupt gibt...


    love

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  4. Oh wie wahr Roswitha! Kommt noch hinzu, dass die illusionäre Realität von "Menschen" mit Worten beschrieben wird, welche den illusionären und relativen Charakter von Realität weder auszudrücken vermögen, noch so verstanden werden können, wie sie gemeint wurden.

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  5. Lieber Werner: das, was immer frei war und niemals gebunden war, erscheint bei "mir" ab dem Augenblick des Auftauchens der Entscheidung etwas tun zu wollen (was in allen möglichen Gewändern daher kommen kann wie "aufhören zu leiden", "aufhören zu warten", "endlich zu entscheiden", "den illusionären Charakter des Leidens durchschauen zu wollen", etc.) als ein "Etwas", welches sich ab dem Moment der Erscheinung seiner Begrenzungen bewusst wird und deshalb davon überzeugt ist, unfrei zu sein. "Mir" bleibt dann jeweils nur, dieses Geschehen als ein von niemandem beeinflussbares Geschehen zu erkennen, was mich dann - sofern dieses Erkennen geschieht (was zunehmend häufiger vorkommt) - von der Identifikation mit diesem "Etwas" befreit. Übrig bleibt dann gleichwohl der unstillbare Durst danach, die wahrgenommene, unbestimmte Suche nach Besserung stillen zu "müssen". Da kann ich noch so oft hinschauen und diesen Durst als unwirklich erkennen - er ist und bleibt gleichwohl eine treibende, hetzende Kraft in mir (womit ich mich allerdings gerade in letzter Zeit zunehmend besser aussöhnen und sogar Liebe dafür empfinden, es umarmen kann).
    Da es mittels der Sprache schwerfallen kann, verständlich zu formulieren, vertraue ich auf Deine begnadete Fähigkeit, mich auch gänzlich ohne Worte verstehen zu können. In LIEBE, Albert

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